„Kein erhobener Zeigefinger, sondern harte Realität”:

Lebensnahe Prävention in Laupheim

 

Kurz vor den Pfingstferien erlebten die Schülerinnen und Schüler der Stufe 8 und 9 an der Friedrich-Adler-Realschule zwei Kompakt-Workshops der ganz besonderen Art. Mit Marvin Stolze, dem Gründer von SuchtGelebt, saß den Jugendlichen kein Theoretiker gegenüber,
sondern ein Mann, der die harte Realität kennt.
Nach 15 Jahren Abhängigkeit von verschiedenen Drogen schaffte er den Absprung – und nutzte diese Biografiearbeit nun,
um den Jugendlichen einen ungeschönten, aber hoffnungsvollen Einblick in sein Leben zu geben.

Statt eines trockenen Frontalvortrags stand eine komplett offene Fragerunde im Mittelpunkt.
Wie intensiv die Jugendlichen die Atmosphäre des Vertrauens annahmen, zeigte sich an der Tiefe ihrer Fragen. Abseits von Tabus ging es um Themen, die Jugendliche heute oft im Stillen beschäftigen: „Was kann ich tun, wenn der psychische Druck oder Depressionen zu groß werden?“, „Wie kommt man von Drogen los, wenn die eigenen Eltern nichts davon wissen dürfen?“ oder „Was macht den Konsum am Anfang überhaupt so verlockend?“
Auch persönliche Fragen zu Stolzes Finanzen während der Sucht, seinem Glauben und der Frage, ob die Beziehung zu seinen Eltern heute wieder gut ist, wurden ehrlich beantwortet.

Stolzes zentrale Botschaft an die Jugendlichen lautete:
„Gefühle sind da, um wahrgenommen zu werden – man muss sie nicht betäuben.“

Wie tief diese ehrliche Art die Schülerinnen und Schüler berührte, zeigte sich nach dem offiziellen Ende der Workshops:
Zahlreiche Jugendliche blieben noch lange im Raum, um im vertraulichen Vier-Augen-Gespräch persönliche Sorgen zu teilen,
Fragen zu psychischen Erkrankungen zu stellen oder einfach danke zu sagen. Ein intensiver Vormittag, der in Laupheim nachhaltig Eindruck hinterlassen hat.

Weitere Informationen zur Arbeit von Marvin Stolze gibt es unter www.suchtgelebt.de.

Die Veranstaltung wurde finanzielle vom Förderverein der Friedrich-Adler-Realschule und
durch das Programm KOMM des Landratsamts Biberach unterstützt.

Vielen Dank dafür!