Geschichte begreifen, Zukunft gestalten:

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zu Gast an unserer FARS

Am Donnerstag, den 21. Mai, besuchte Gordon Hügel vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. unsere Klassen 8d und 9e.
Der Volksbund ist eine humanitäre Organisation, die im Auftrag der Bundesregierung gefallene deutsche Soldaten birgt und heute fast 840 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten, auf denen etwa 2,8 Millionen Kriegstote bestattet wurden, betreut. Ziel war es, unsere Schülerinnen und Schüler für die Bedeutung von Kriegsgräbern und unsere historische Verantwortung zu sensibilisieren.

 

Geschichte und Auftrag des Volksbundes

Im ersten Teil gab Gordon Hügel einen Einblick in Geschichte und Arbeit des Volksbundes. Er knüpfte an das Vorwissen der Lernenden an
und nannte spannende Eckdaten zum 1919 gegründeten Verein, etwa dass der spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer einer der Unterzeichner der Gründungsurkunde war. Als Träger einer hoheitlichen Aufgabe übernimmt der Volksbund staatliche Verantwortung für Pflege und Betreuung von Kriegsgräbern. Die Finanzierung erfolgt u. a. durch öffentliche Mittel (jährlich 19,38 Millionen Euro) sowie Spenden, insbesondere aus der Haus- und Straßensammlung. Schon etwa 12 Euro ermöglichen die Pflege eines Grabes außerhalb Deutschlands für ein Jahr.

 

Bedeutung von Kriegsgräbern

Kriegsgräber sind Orte des Gedenkens, der Mahnung und der historischen Bildung. Gordon Hügel betonte vor den Jugendlichen: „Kriegsgräber
erinnern an Schrecken und Sinnlosigkeit des Krieges.“ Sie haben ein ewiges Ruherecht. Im Gegensatz dazu wurden auch die allgemeinen Ruhezeiten auf Friedhöfen (oft 20–25 Jahre) thematisiert. Anhand von Kartenmaterial und dem Hintergrundwissen der Schülerinnen und Schüler zu den Weltkriegen wurden regionale Ballungsräume von Kriegsgräbern im Westen und Osten Deutschlands sichtbar.

 

Lernen an Quellen: Laupheimer Kriegsgräber im Fokus

Besonders eindrücklich war die interaktive Arbeit mit einer Kriegsgräberliste aus Laupheim. In Kleingruppen erschlossen die Lernenden Altersangaben, Grabnummern, Todesumstände und Hinterbliebenenadressen. Viele erkannten, dass zahlreiche Soldaten in sehr jungen Jahren verstorben sind – oft auch an Spätfolgen von Kriegsversehrtheit. Bekannte Laupheimer Straßennamen stellten direkte Bezüge zur Lebenswelt her und ließen die Vergangenheit lebendig werden. Gordon Hügel hob hervor, wie wichtig Kriegsgräber als Orte der Trauer für Hinterbliebene sind: Sie geben Namen, Schicksalen und Familiengeschichten einen Ort.

 

Wege zum Mitmachen: Angebote für Jugendliche

Zum Abschluss stellte Gordon Hügel Mitmachangebote des Volksbundes vor, darunter internationale Workcamps für Jugendliche ab 16 Jahren.
Diese Projekte verbinden Jugendbegegnungen, Spracherfahrung, Handarbeit an Gedenkorten und historisch-politische Bildung. Konkrete Angebote sind unter https://www.volksbund.de/jugendbegegnungen/projekte-anmeldung zu finden.

Engagement vor Ort: 8d hilft bei der Renovierung des Ehrenmals

In unserer Klasse 8d war Gordon Hügel in besonderer Mission unterwegs: Acht Schülerinnen und Schüler werden am Donnerstag, den 11. Juni,
freiwillig das Ehrenmal auf dem Alten Friedhof in Laupheim gemeinsam mit Vertretenden der Bundeswehr und des Sozialverbands VdK erneuern. Dieses praktische Engagement verbindet historische Bildung mit konkret erlebter Verantwortung.
Die Klasse und ihr Geschichtslehrer Boris Hucker freuen sich schon darauf, Gordon Hügel bei der Renovierung wiederzusehen.

Wir danken Gordon Hügel herzlich für seinen engagierten Beitrag – und unseren Schülerinnen und Schülern für ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.